Wer bei einem lizenzierten Wettanbieter ein Konto eröffnet, steht als Erstes vor der Frage, welche Wettart überhaupt zur eigenen Spielweise passt. Die Auswahl wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich, tatsächlich bauen aber fast alle Angebote auf einer Handvoll Grundformen auf. Wir erklären die wichtigsten Wettarten der Reihe nach, mit ihren Stärken und mit den Punkten, an denen es teuer werden kann.
Eine Vorbemerkung, die in Deutschland zählt: Der Schwerpunkt des Angebots liegt bei den hier konzessionierten Buchmachern vor Anpfiff. Während des Spiels ist das Programm kurz – zugelassen sind die Wette auf das Endergebnis und wenige Ereigniswetten. Die folgenden Wettarten beschreiben deshalb in erster Linie das Programm, das vor Spielbeginn bereitsteht.

Die Einzelwette: eine Entscheidung, eine Quote
Die Einzelwette ist die schlichteste Form: Ihr tippt auf genau einen Ausgang, etwa den Heimsieg in einem Bundesligaspiel. Gewinnt eure Auswahl, wird der Einsatz mit der Wettquote multipliziert. Verliert sie, ist der Einsatz weg. Mehr Mechanik steckt nicht dahinter.
Gerade deshalb ist die Einzelwette für den Einstieg die ehrlichste Variante. Ihr seht sofort, ob eure Einschätzung aufgegangen ist, und ihr tragt das Risiko nur für ein einziges Ereignis. Der Preis dafür sind die vergleichsweise niedrigen Quoten: Ein Favoritensieg bringt selten mehr als das Anderthalbfache des Einsatzes zurück.
Die Kombiwette: hohe Quote, hohes Risiko
Bei der Kombiwette, oft auch Akkumulator oder schlicht Kombi genannt, legt ihr mehrere Tipps auf einen Wettschein. Die Einzelquoten werden miteinander multipliziert, was die Gesamtquote schnell in die Höhe treibt. Vier Tipps zu je 1,80 ergeben bereits eine Quote von rund 10,5.
Der Haken ist genauso schnell erklärt: Ein einziger falscher Tipp lässt den kompletten Schein platzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Auswahlen aufgehen, sinkt mit jedem zusätzlichen Spiel deutlich. Wer acht oder zehn Partien kombiniert, kauft sich eine imposante Quote und eine sehr kleine Trefferchance. Zwei bis vier Auswahlen gelten als vernünftiger Rahmen.
Die Systemwette: Kombi mit Sicherheitsnetz
Die Systemwette schließt die Lücke zwischen Einzel- und Kombiwette. Statt einen einzigen Schein aus allen Tipps zu bilden, werden aus euren Auswahlen alle möglichen Kombinationen einer bestimmten Größe gebildet. Bei einem System 2 aus 3 entstehen aus drei Tipps drei Zweierkombinationen. Liegt ihr bei zwei von drei richtig, gibt es trotzdem eine Auszahlung.
Diese Absicherung ist nicht umsonst. Der Einsatz verteilt sich auf alle Kombinationen, ihr zahlt also das Dreifache einer einzelnen Zweierkombi. Die Systemwette rechnet sich vor allem dann, wenn ihr mehreren Tipps grundsätzlich vertraut, aber mit einem Ausrutscher rechnet. Wie viele Kombinationen bei welchem System entstehen und was am Ende zurückkommt, lässt sich mit unserem Systemwetten Rechner in wenigen Sekunden durchrechnen.
Handicap-Wetten und das asiatische Handicap
Bei einer Handicap-Wette startet eine Mannschaft rechnerisch mit einem Vor- oder Nachteil in die Partie. Ein Handicap von 0:1 für den Favoriten bedeutet, dass dieser mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen muss, damit die Wette aufgeht. Der Sinn dahinter: Bei einem klaren Kräfteverhältnis wird aus einer langweiligen Quote wieder eine interessante.
Das asiatische Handicap geht einen Schritt weiter und streicht das Unentschieden aus der Rechnung. Gearbeitet wird mit Viertel- und halben Toren, etwa -0,25 oder -0,75. Bei einer Viertelstufe wird der Einsatz geteilt: Die eine Hälfte läuft auf -0, die andere auf -0,5. Endet die Partie unentschieden, bekommt ihr die eine Hälfte zurück und verliert die andere. Das klingt sperrig, führt in der Praxis aber dazu, dass ihr seltener komplett leer ausgeht als bei der klassischen Dreiwegwette.
Über/Unter: die Wette ohne Sieger
Bei Über/Unter-Wetten ist es egal, wer gewinnt. Ihr tippt darauf, ob die Gesamtzahl der Tore über oder unter einer vorgegebenen Marke liegt, üblicherweise 2,5. Fallen drei oder mehr Treffer, gewinnt Über; bei null bis zwei Toren gewinnt Unter. Die halbe Zahl sorgt dafür, dass es kein Unentschieden geben kann.
Für viele ist das die angenehmste Wettart überhaupt, weil sie bis zum Schlusspfiff interessant bleibt. Auch ein 0:3 aus Sicht des Heimteams ist ein Treffer, solange die Torzahl stimmt. Dieselbe Logik gibt es übrigens für Ecken, Karten oder Punkte in anderen Sportarten.
Cash Out: vorzeitig abrechnen
Der Cash Out ist streng genommen keine eigene Wettart, sondern eine Funktion. Der Buchmacher bietet euch an, einen laufenden Schein vor dem regulären Ende gegen einen aktuell berechneten Betrag abzurechnen. Läuft eure Kombi gut, liegt dieser Betrag über dem Einsatz; sieht es schlecht aus, darunter.
Wichtig zu wissen: Der angebotene Betrag enthält immer einen Abschlag zugunsten des Anbieters. Wer konsequent früh abrechnet, gibt auf Dauer einen Teil des Erwartungswerts ab. Als Notausgang bei einem Schein, der aus dem Ruder läuft, ist die Funktion trotzdem nützlich, und sie gehört inzwischen bei den meisten Anbietern zum Standard.
Welche Wettarten in Deutschland erlaubt sind
Der deutsche Erlaubnisrahmen zieht klare Grenzen. Abgedeckt sind Sportwetten vor Anpfiff und Pferdewetten. Wer auf einer Seite auf Angebote stößt, die darüber hinausgehen, hat es in aller Regel nicht mit einem in Deutschland konzessionierten Anbieter zu tun.
Diese Unterscheidung ist kein Formalismus. Die Konzession ist der Grund, warum Einzahlungslimits, Sperrsystem und Beschwerdewege überhaupt greifen. Welche Anbieter eine deutsche Genehmigung besitzen, könnt ihr jederzeit in der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nachschlagen, und unsere Übersicht der legalen Wettanbieter führt die getesteten Adressen zusammen. Wie sich diese Wettarten in der Praxis auf eine Sportart übertragen, zeigen die Seiten zu Fußball Wetten und UFC Wetten.
Fazit: mit der Einzelwette anfangen
Wer neu anfängt, fährt mit der Einzelwette am besten. Sie ist die einzige Form, bei der ihr hinterher wisst, ob eure Einschätzung getaugt hat. Kombi- und Systemwetten verkaufen euch eine höhere Quote für ein Risiko, das ihr zu Beginn schwer einschätzen könnt.
Häufig gestellte Fragen zu Wettarten
Drei Fragen tauchen zu den Wettarten immer wieder auf. Hier die kurzen Antworten.
Welche Wettart eignet sich für den Einstieg?
Die Einzelwette. Sie ist die einzige Form, bei der ihr das Ergebnis eurer Einschätzung direkt ablesen könnt, ohne dass ein zweiter Tipp das Bild verfälscht. Kombis lohnen sich erst, wenn ihr ein Gefühl für Quoten entwickelt habt.
Was ist der Unterschied zwischen Kombiwette und Systemwette?
Bei der Kombiwette müssen alle Tipps aufgehen. Bei der Systemwette werden aus denselben Tipps mehrere kleinere Kombinationen gebildet, sodass auch ein Fehltipp noch eine Auszahlung zulässt. Dafür ist der Gesamteinsatz höher.
Warum gibt es beim asiatischen Handicap Viertelstufen?
Eine Stufe wie -0,25 teilt den Einsatz auf zwei benachbarte Linien auf. Damit lässt sich ein Kräfteverhältnis feiner abbilden als mit ganzen Toren, und ein Unentschieden führt zur teilweisen Rückzahlung statt zum Totalverlust.
Welche Wettart hat die besten Gewinnchancen?
Die Einzelwette, weil nur ein Ereignis eintreten muss. Höhere Quoten bei Kombi- und Systemwetten sind kein besseres Angebot, sondern der Preis für ein größeres Risiko.
Kann ich verschiedene Wettarten auf einem Schein kombinieren?
In der Regel ja, etwa eine Über/Unter-Wette zusammen mit einem Handicap. Die Einzelquoten werden dann wie bei jeder Kombiwette multipliziert, und es gilt dieselbe Regel: Ein Fehltipp lässt den ganzen Schein platzen.
